Ausgabe 18
Im Juli 2010 Liebe Leserinnen und Leser,Sehen Sie sich um. Zweifellos blicken Sie auf zahlreiche nützliche, liebgewonnene Gegenstände, vielleicht auch Mitmenschen. Sollten Sie nicht gerade im Wald unsere Printversion lesen, werden Sie vermutlich umringt sein von Errungenschaften der Zivilisation. Tatsächlich streifen meine Augen etwa beim Schreiben dieses Textes einen Kühlschrank, einen Brotkorb, ein Schuhregal und eine Möwe aus Pappmaché – Besitztümer, die sich ansammeln, weil sie einen gewissen Nutzen oder zumindest Wert darstellen, der nicht in Frage steht. Klar kann mensch auch ohne, aber... überflüssig? Wieso? Während des Freiwilligendienstes im Ausland bekommen viele unserer Autorinnen und Autoren eine ganz neue Sicht auf ihre Umwelt: Was sind die Grundbedürfnisse des Menschen? Und ist alles, was diese Bedürfnisse übersteigt, automatisch überflüssig? In den Einsatzländern, wo die einen einen Gefrierschrank besitzen, die anderen keinen Stromanschluss, kann dieser Begriff nur hochkontrovers diskutiert werden. Armut ist sicher im Überfluss vorhanden, aber sind die wohlhabenden Schichten angesichts dessen nur flüssig oder schon über-flüssig?. Diesem Begriff haben sich die aktuellen Freiwilligen der Weltweiten Initiative in ihrer nunmehr dritten Ausgabe von verschiedenen Seiten angenähert: Verena Flues schreibt im Ressort „Wirtschaft und Ökologie“ über Naturschutz in Ghana, der dort in Anbetracht der ökonomischen Probleme vielen ein überflüssiger Luxus scheinen mag. Unter der Überschrift „(Über) Flüssige Hoffnung?“ beschreibt Maria Held die Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten bei der Wasserversorgung ihrer palästinensischen Mitmenschen im Westjordanland. Dass Regen zwar flüssig, aber gewiss nicht über-flüssig ist, zeigt Muriel Frenznick im Ressort „(W)ortakrobaten“. Daneben erwarten Sie erneut ungewohnte Einblicke in die Kulturen und Gesellschaften der Gastländer. Die Autorinnen und Autoren nehmen Sie mit zum „Tag der Toten“ in Mexiko, auf einen Hausbesuch im nicaraguensischen Armenviertel und erzählen von Globalisierung und Wachstum in Perus Hauptstadt Lima. Im „Freiblick“ gestatten Freiwillige Einsicht in besondere Momente, Erlebnisse oder Gedanken, festgehalten in den Erfahrungsberichten. Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünschen wir eine anregende und flüssige Lektüre! Es grüßt Sie sehr herzlich im Namen der gesamten Redaktion Ihr Jonathan Steinke _zum Seitenanfang
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